L-E-S-E-S-T-O-F-F
Gedichte aus Litauen. Reihe "Poesie der Nachbarn", Verlag Das Wunderhorn,
Heidelberg 2024, 191 Seiten. Gedichte von Simonas Bernotas, Nerijus
Cibulskas, Vaiva Grainytė, Birutė Grašytė-Black, Tautvyda
Marcinkevičiūtė, Donatas Petrošius.
Übersetzt von Rūta
Eidukevičienė, Dalia Lorenz, Sigita Barniškienė. Nachdichtungen von Uwe
Kolbe, Dagmara Kraus, Thomas Kunst, Marcus Roloff, Lara Rüter und Sonja
vom Brocke. ISBN: 978-3-88423-709-0, 26,00 EUR.
Verlagsinfo:
Dass Litauisch eine der ältesten Sprachen Europas ist – der
zeitgenössischen Lyrik des baltischen Landes ist das nicht anzumerken.
Die Sammlung vereint Gedichte, die sich im Gespräch mit der Gegenwart
wissen. Aufregend neu – von namhaften Lyrikern ins heutige Deutsch
gebracht. Hier versteht sich Nachdichtung als kreative Arbeit am
lebenden Gedicht.
Für Birutė Grašytė-Black ist »Kindheit« ein krasser Schreckensort.
Vaiva Grainytė weiß, dass »der Tsunami kein Vegetarier« ist und »jedes
Tier seinen Strichcode« besitzt. In seinem Gedicht »So weit das Feuer
reicht« zeigt sich Donatas Petrošius kühn und angriffslustig. Tautvyda
Marcinkevičiūtė schreibt ihren »Brief an Sylvia Plath«, während Nerijus
Cibulskas wissen möchte, »wer kämmt (…) die widerspenstigen Haare des
Cellos?«, dekretiert Simonas Bernotas: »wenn man Pech im Leben hat, ist
man glücklich nach dem Tod«.
Unsere Auswahl, vorgestellt in der "Baltischen Stunde":
Nerijus Cibulskas: Oro uostas / Flughafen - nachgedichtet von Thomas Kunst
Tautvyda Marcinkevičiūtė: Hamburge nebelyja Hamburgeriais / Als in Hamburg die Hamburger aufhörten zu regnen - nachgedichtet von Marcus Roloff
Simonas Bernotas: Trumpa pasivaikščiojimo dainele / Lied vom Spaziergang - nachgedichtet von Thomas Kunst
Simonas Bernotas: Sudėliokime viską į stalčiukus / Alles in die Schubladen - nachgedichtet von Lara Rüter
Simonas Bernotas: Varšuva / Warschau - nachgedichtet von Sonja von Brocke
Vaiva Grainytė: Iškyla pajūry / Der Ausflug ans Meer - nachgedichtet von Uwe Kolbe
Birutė Grašytė-Black: Šermenys / Beerdigungen - nachgedichtet von Ume Kolbe und Thomas Kunst
Donatas Potrošius: Fotopadidinimas / Blowup - nachgedichtet von Lara Rüter
Donatas Potrošius: Kiekvienas poetas yra neišsipildžiusi roko grupė / Jeder Lyriker wäre gern eine nie gegründete Rockband
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Roman. Lauinger Verlag, Karlsruhe 2024. ISBN 978-3-7650-9174-2. 406 Seiten, 18,00 €.
Verlagsinfo:
Was passiert, wenn man einen Lebensabschnitt auslöscht?
Nach
achtzig Jahren beschließt Greta, noch einmal ihr Kindheitshaus zu
sehen. Die Reise über Polen nach Lettland wird für sie nicht nur
körperlich anstrengend – vor allem kämpft sie mit den Erinnerungen, die
sie verdrängte, verdrängen musste.
Zur gleichen Zeit fliegt Marita
nach Lettland, um ihren Geliebten zu suchen. Sie findet Greta und
begleitet sie. Greta könnte ihre Großmutter sein – aber ist sie deshalb
klüger? Zu Hause in Lettland, wie sie behauptet, mit einer
Kindheitsliebe und den Dainas als Trost?
Zwischen traumatischen
Erinnerungen und dem Johannisfest breitet sich ein Leben aus, das neun
Jahrzehnte umfasst und Greta die Entscheidung abverlangt, wohin sie
gehört.
Rita König (*1962) ist diplomierte Betriebswirtin und
lebt in Potsdam. Für ihre literarische Arbeit erhielt sie zahlreiche
Aufenthaltsstipendien, wie zum Beispiel im Künstlerhaus Schloss
Wiepersdorf. Bisher veröffentlichte sie ihre Erzählungen in
Literaturzeitschriften und Anthologien.
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Mirabilis
Verlag, Klipphausen/Miltitz, Oktober 2023. 40 Seiten, durchgängig
farbig illustriert von Lote Vilma Vītiņa. Übersetzung aus dem
Lettischen: Lil Reif. ISBN 978-3-947857-23-4. Originalausgabe:
„Dzejnieks un smarža“, Aminori, Riga 2019
Verlagsinfo:
Es war
einmal ein kleiner Dichter, der vor einem großen, leeren Blatt Papier
saß und dem so gar nichts einfiel, worüber er schreiben könnte. Doch auf
einmal kam durch das offene Fenster eine Wolke herein und sie brachte
einen Duft mit, der ihm direkt in die Nase flog! Den Duft von
Sommerregen. Der Dichter folgte dem Duft und er kam in die Stadt und den
Park – und überall duftete es nach anderen schönen und nicht so schönen
Dingen. Und plötzlich wusste er auch wieder, worüber er schreiben
konnte …
Ein bezauberndes Kinderbuch über die Düfte in der Natur und
der Stadt mit kleinen Gedichten und fantasievollen Bildern, die dazu
anregen, die Umgebung bewusst und mit allen Sinnen wahrzunehmen. Und im
kunterbunten Vorsatzpapier ist sogar eine duftende Erdbeere versteckt!
LOTE
VILMA VĪTIŅA (geb. 1993) lebt in Riga und ist eine lettische
Illustratorin, Comiczeichnerin und Lyrikerin. Sie hat an der Lettischen
Kunstakademie Malerei studiert und an verschiedenen Ausstellungen und
Residenzen in Lettland und im Ausland teilgenommen. Ihre Zeichnungen
sind lebendig und gefühlvoll, leicht und spontan. Lote Vilma Vītiņa
zeichnet mit der Hand und mit Tusche, oft mit Aquarellfarben. Ihre
Illustrationen und Comics wurden von „Liels un mazs“, „kuš!“,
„KUTIKUTI“, „Popper“ und anderen veröffentlicht. Ihr Lyrikdebüt meitene
(dt. Das Mädchen) wurde 2020 mit dem Goldenen Apfel ausgezeichnet, dem
wichtigsten Buchpreis für Buchkunst in Lettland. Für ihr 2021 erschienes
Buch Ūdenstornis(dt. Der Wasserturm) erhielt sie den Lettischen
Literaturpreis 2022. Die Originalausgabe des Kinderbuches „Der kleine
Dichter und der Duft“ erschien im Verlag Aminori in Riga und wurde 2019
mit dem Goldenen Apfel sowie für seine Illustrationen 2020 mit dem
Kinder- und Jugendbuchpreis Jānis Baltvilks ausgezeichnet.
https://lotevilma.com/
LIL
REIF (geb. 1975 in Dresden) studierte Russisch, Portugiesisch und Jura
in Berlin, Moskau und Évora und wurde mit einer Arbeit im Bereich
Soziolinguistik promoviert. Während eines dreijährigen Aufenthalts an
der Fakultät für Translationswissenschaften der Hochschule Ventspils
lernte sie Lettisch und organisierte mit dem Internationalen
Schriftsteller- und Übersetzerhaus und der Stadtbibliothek Werkstätten
zum Literaturübersetzen. Sie lebt in Wien, wo sie neben ihrer Arbeit als
Expertin für Europäische Forschungsförderung Literatur aus dem
Lettischen übersetzt. 2018 erhielt sie für die Übersetzung eines Auszugs
aus dem Roman „Der Geschmack von Blei“ von Maris Berzinš den
Übersetzerpreis der Stadt Wien.
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